Rottnest Island
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Rottnest Island

Rottnest Island – Paradiesischer Zufluchtsort vor Perths Küste

Die schönste Urlaubsinsel Westaustraliens befindet sich nur einen Katzensprung vor Perths Küste. Nur 19 km Wasser trennen sie vom Festland. Rottnest beeindruckt durch einige der spektakulärsten Strände überhaupt, sowie einzigartiger Flora und Fauna. Die Insel ist 11 Kilometer lang und am breitesten Punkt 4,5 km breit. Und anders als bei anderen Urlaubsorten ist der Weg dorthin überhaupt kein Problem. Die Insel ist bequem per Fähre zu erreichen. Alternativ kann man natürlich auch sein eigenes Boot nehmen und sogar ein Flugzeug, das Rottnest Air Taxi, befördert Erholungssuchende vom Festland auf die Insel.

Die Besucher können hier aboriginal-, europäische, koloniale, maritime und militärische Geschichte hautnah erleben, die zu einem gewissen Grad die historische Entwicklung Westaustraliens reflektiert.

Die Geschichte von Rottnest hat aus der Insel ein farbenfrohes und interessantes Kulturerbe gemacht. Die ersten Aufzeichnungen von menschlichen Bewohnern auf Rottnest sind über 6.500 Jahre alt. Damals war Rottnest noch keine Insel und hatte Verbindung zum Festland und Aboriginals bewohnten das Areal. Seit den ersten europäischen Entdeckern im 17. Jahrhundert und der Besiedlung der Insel im Jahr 1829 hat Rottnest Island eine interessante Entwicklung durchgemacht und wurde für verschiedene Zwecke benutzt. Heute besuchen ca. 500.000 Touristen pro Jahr die Insel.

 

Die Insel als Urlaubsort

Schon seit dem frühen 20sten Jahrhundert ist Rottnest eine beliebter Urlaubsort. 1902 fuhren die ersten Fähren zwischen der Insel und dem Festland, obwohl damals noch sowohl Touristen als auch Sträflinge transportiert wurden. Natürlich wurden hierfür verschiedene Fähren genutzt.

Der erste Pier für Personenverkehr wurde 1906 südlich der Thomson Bay Siedlung erbaut, wo heute der Militärhafen liegt. Bis dahin wurden Touristen und auch Ladung von kleinen Bargen ans Festland transportiert. Eine Trambahn wurde errichtet, die vom Pier in die Siedlung führte und die von Pferden gezogen wurde. 1925 wurde die Bahn durch motorgetriebene Fahrzeuge ersetzt und die Gleise wurden größtenteils in den Zoo von Perth verlegt. Einige wenige Abschnitte der ersten Trambahn sind aber immer noch auf Rottnest zu finden.

1907 wurde ein Plan entwickelt um Rottnest von der ursprünglichen Strafgefangenenkolonie in eine Urlaubsinsel umzufunktionieren. Die Gegend um Bickley wurde langsam und stetig für Touristen ausgebaut. Erholungseinrichtungen und Geschäfte wurden dort gebaut, wo heute die Kingstown Barracks zu besichtigen sind. 1911 wurde die erste Urlaubssaison eröffnet. Die Erziehungsanstalt für Jungen und das Gefängnis wurden 1913 und 1914 zu Hotels umfunktioniert.

Weitere Verbesserungen wurden 1917 geplant. Eine große Teestube und ein dazugehöriges Geschäft wurden nahe des Piers errichtet und auch kleine Bungalows wurden in näherer Umgebung erbaut. Die ursprünglichen Kalksteingebäude wurden getüncht und erhielten so einen strahlenden Glanz der durch Ockerfarben abgedeckt wurde.

 

Etwas zur geographischen Geschichte

Die geographische Geschichte der Insel wurde hauptsächlich vom Wechsel der Gezeiten beeinflusst. Die größten Veränderungen passierten entweder wenn Meerwasser eingeschlossen und freigelassen wurde, wenn sich Gletscher bewegten oder wenn das Land sich aufgrund von Verschiebungen in der Erdkruste veränderte.

Es wird vermutet, dass Rottnest Island sich vor ca. 7000 Jahren begann vom Festland zu lösen; ein Prozess, der viele Jahrhunderte dauern sollte. Der Meeresspiegel stieg an und schnitt Rottnest allmählich vom Festland ab. Heute gehört Rottnest zum größten Archipel der Westküste vor Perth, zusammen mit den Garden und Carnac Islands. Diese Inseln haben allesamt eine Kalksteinbasis und sind mit einer dünnen Sandschicht überzogen. Die Kalksteinbasis von Rottnest beeinflusst alles Leben auf der Insel, einschließlich der Art der Pflanzen die auf der Insel wachsen können, der Tiere die sich von den Pflanzen ernähren und wie sich die Menschen die Insel zu Nutze machen können.

Das Kalkstein Korallenriff welches Rottnest umgibt, wuchs vor ca. 100.000 Jahre heran, als der Meeresspiegel wahrscheinlich drei Meter höher war als heute. Das Riff wird vom warmen Leeuwin Strom versorgt und bietet Lebensraum für einen Großteil von Rottnests Meeresbewohnern, bedeutet aber auch ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt.

Die Insel hat sechs große Biotope: Küstenregion, Salz See, brackige Sümpfe, Wälder, Heide und besiedeltes Gebiet. Die Salz Seen machen zehn Prozent der Umgebung aus. Viele von ihnen – darunter auch Lake Baghdad, Lake Vincent, Herschel Lake, Garden Lake, Government House Lake und Serpentine Lake – sind permanente Seen und haben umgebende Strände. Andere Seen wie der Pink Lake, Lake Sirius, Lake Negri und die beiden Pearse Seen können während der Sommermonate austrocknen.

Europäer auf Rottnest Island

Die ersten Europäer bewohnten Rottnest kurz nach der Errichtung der ersten Siedlung am Swan River im Jahr 1829. Rottnest Island war vor allem aufgrund von potenziellem Salzabbau, Ackerbau und wegen der Fischerei interessant. Im Dezember 1830 unterzog Benjamin Smyth der Insel eine eingehende Untersuchung um herauszufinden, ob sich eine Besiedelung lohnen würde. Ein Plan für die Gemeinde die als Kingstown bekannt werden würde, wurde vorgeschlagen und abgesegnet. Der Plan sah 177 Grundstücke zu je einem Drittel Morgen Land und einige Großgrundstücke vor. Diese Grundstücke waren zunächst für das Gebiet Thomson Bay bestimmt und wurden später bis zur Bickley Bay ausgeweitet. Heute kann man auf diesem Gebiet die Kingstown Barracks besuchen. Thomson Bay wurde nach Robert Thomson benannt, der während der 30er Jahre ein bedeutender Landbesitzer auf Rottnest war.

 

Rottnest und der Krieg

Rottnest Island spielte sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg eine Rolle und wurde danach für Trainingsfunktionen genutzt. Viele der Einrichtungen aus Kriegszeiten stehen heute noch auf der Insel und können sowohl auf eigene Faust, als auch mit einer professionellen Führung erforscht werden.

Im ersten Weltkrieg wurde die Insel von 1914 bis 1915 vom Verteidigungsministerium als Internierungs- und Gefangenenlager genutzt. Im September 1915 befanden sich 841 deutsche und österreichische Internierte und 148 Kriegsgefangene im Lager. Im Dezember desselben Jahres wurde Rottnest aber schon wieder als Urlaubs- und Erholungsort genutzt.

Im Zuge der verschärften globalen Spannungen in den 30er Jahren, entwickelte die australische Regierung einen Drei-Jahres-Plan für ein Verteidigungsprogramm, welcher 1933 in Kraft trat. In diesem Plan nahm Rottnest eine wichtige Rolle zur Verteidigung von Fremantle ein. Die Befestigungen auf der Insel wurden als Rottnest Island Fortress bekannt und bestanden aus dem Oliver Hill Fort mit zwei 9,2 Inch Kanonen und Lagern bei Bickley. Hinzu kamen Barracken bei Kingstown und diverse Unterkünfte für hochrangige Offiziere sowie Nutzgebäude wie Kantinen, Werkstätten, Beobachtungsposten, Eisenbahngebäuden und Kommunikationseinrichtungen. Darüber hinaus wurden für den Krieg auch sechs Leuchttürme und eine Eisenbahnverbinung vom Pier zu den Kanonen erbaut. Im September 1937 wurde Rottnest zu einer festen Truppenstation erklärt.

Im Juni 1940 wurde Rottnest zur Militärzone erklärt und für Besucher geschlossen. Ursprünglich war diese Änderung nur für drei Monate vorgesehen, aber der Kriegsverlauf zwang Australien dazu, Rottnest für ganze fünf Jahre der Öffentlichkeit unzugänglich zu machen. Die Kanonen auf der Insel waren 24 Stunden am Tag besetzt.

Mitte der 40er Jahre verschob sich der Fokus der bedrohten Gebiete nach Nordaustralien und die festen Verteidigungsanlagen auf Rottnest wurden reduziert. Die 9.2 Inch Kanonen wurden nicht mehr bemannt und nur noch in Stand gehalten. Lediglich die kleinere 6 Inch Kanone bei Bickley blieb bemannt. Letztendlich endete der Weltkrieg jedoch, ohne das eine der Kanonen auch nur ein einziges Mal auf Feinde abgefeuert wurde.

Während der 50er und 60er Jahre wurden viele der Kriegsgebäude abgebaut oder umfunktioniert, die große 9,2 Inch Kanone blieb aber aufgrund von zu hohen Transportkosten erhalten und ist auch heute noch eine beliebte Touristenattraktion. Auch die Eisenbahn zur Kanone ist heute noch in Betrieb.

 

Was kann ich unternehmen?

Wer sich für einen Aufenthalt auf Rottnest entschieden hat, dem wird auf jeden Fall nicht langweilig. Egal ob man eine Woche, ein Wochenende oder bloß einen Tag verbleibt, es gibt immer etwas zu tun und viel zu entdecken.

Die Strandgänger kommen voll auf ihre Kosten und können über 63 verträumte Strände und 20 Buchten entdecken. Die Strände wurden 2007 vom prestigeträchtigen Reiseführer „Explore Australia“ ausgezeichnet und bieten für jeden etwas. Zu den beliebtesten von ihnen gehören Cape Vlamingh, Fishhook Bay und Geordie Bay.

Für die Himmelsstürmer gibt’s einen Rundflug der vom Rottnest Flughafen startet und sowohl die Insel als auch Kings Park, Swan River und Fremantle überfliegt. Mit 35 bis 100 AUS$ sind die Preise für Rundflüge moderat.

Sehr beliebt sind auch Ausflüge mit dem Fahrrad. Die Insel bietet wunderschöne Radstrecken und aufgrund der überschaubaren Größe, kann man die Gesamte Insel in ca. 2,5 Stunden umkurven. Die Strecke um die Insel ist aber nur eine von vielen und daher bietet Rottnest Radtour-Begeisterten Touristen ein Programm für mehrere Tage.

Viele der im Krieg erbauten Einrichtungen, darunter auch die große Kanone auf dem Oliver Hill, stehen immer noch und können mit dem Fahrrad, zu Fuß oder in einzelnen Fällen sogar mit der kleinen Eisenbahn erreicht werden. So bietet Rottnest auch für den Geschichtsfan etwas.

Die Hobbybiologen und kleineren Entdecker werden vor allem an den kleinsten und haarigsten Bewohnern der Insel ihre Freude haben. Rottnest bekam seinen Namen nämlich vom Entdecker William de Vlamingh, der bei seinem ersten Besuch irrtümlich annahm, dass es auf der Insel von Ratten wimmelte (Rottnest = Rattennest). Tatsächlich entdeckte er damals die Beuteltiere Quokkas, die heute immer noch auf der Insel leben. Auf dem Festland nicht mehr sehr verbreitet konnten die niedlichen kleinen Kängurus auf der Insel deshalb überleben, weil sie, anders als das Festland, frei von Füchsen und Ratten gehalten wurde. Bei einem Besuch auf Rottnest kann man sie in der Natur aber auch hin und wieder in den Siedlungen finden.

Wem das alles nicht zusagt, der kann sich im neuen Wellnesscenter oder in einem der Hotels erholen, ein köstliches Essen in paradiesischer Umgebung genießen, schnorcheln, tauchen oder Golf spielen. Rottnest ist seit beinahe 200 Jahren an ein beliebtes Ziel für Touristen. Wen wundert das?